LKB:BY

Stellungnahme: Kulturelle Bildung – mehr als ein Freizeitvergnügen!

Zum zweiten Mal in diesem Jahr kommt die Kultur und damit auch Teile der Kulturellen Bildung in Bayern zum Erliegen. Der neue Lockdown trifft die Szene hart und unverschuldet. Sie unter dem Oberbegriff „Freizeit“ zu subsumieren, lässt ein einseitiges Kulturverständnis erkennen und zeigt welches Standing Kultur im vielzitierten „Kulturstaat“ Bayern (Art. 3 der Bayerischen Verfassung) hat. Haimo Liebich, Vorsitzender der LKB:BY, dazu: „Es ist erschütternd und unfair, wie ausgeklügelte Hygienekonzepte undifferenziert ignoriert werden und große Teile der Kultur willkürlich dem Freizeitbereich zugeordnet werden.“

Ein Lichtblick ist, dass die politischen Entscheider*innen diesmal nicht nur Schulen und Kitas offen lassen, sondern dabei auch den außerschulischen Bildungsbereich berücksichtigen. Non-formelle Lernorte – insbesondere der Kulturellen Bildung – sind Freiräume, in denen sich Kinder und Jugendliche entfalten und Selbstwirksamkeit erlernen. Kulturelle Bildung stärkt die Resilienz und unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene dabei, mit den Zumutungen der Pandemie umzugehen und angstfrei in die Zukunft zu blicken. Kulturelle Bildung ist Allgemeinbildung und gleichwertiges Bildungsziel (Beschluss des Bayerischen Landtags vom 6. Juni 2008), weil sie Menschen dazu befähigt, aktiv Kultur und Gesellschaft zu gestalten.

Neue Unterstützungsmaßnahmen für die Kultur

Kulturelle Bildung ist als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft auch ein signifikanter Teil der bayerischen Wirtschaft. Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern (LKB:BY) begrüßt deshalb ausdrücklich das dringend benötigte neue „Kulturstabilisierungsprogramm“ der Bayerischen Staatsregierung. Es kommt spät und hat angesichts des erneuten Lockdowns einen bitteren Beigeschmack. Das Programm setzt mit dem fiktiven Unternehmerlohn aber endlich an der richtigen Stelle an. Die Maßnahmen müssen jetzt rasch, flexibel und realitätsnah umgesetzt werden, denn die enorme Bürokratie und die mangelnde Wirksamkeit des ersten Hilfsprogramms dürfen sich nicht wiederholen. Die LKB:BY fordert die Bayerische Staatsregierung auf, für eine breite Zugänglichkeit der Finanzhilfen Sorge zu tragen: nicht nur die Antragsberechtigten des ersten Programms, auch die zahlreichen bayerischen Kulturvermittler*innen, Projektarbeiter*innen, Honorarkräfte und Theater-, Kunst- oder Musikpädagog*innen benötigen dringend und umgehend Unterstützung. Die LKB:BY erneuert in diesem Zusammenhang das Angebot an Staatsminister Bernd Sibler sich bei der Ausgestaltung beratend und konstruktiv einzubringen.

>> Stellungnahme der LKB:BY vom 2. Nobember 2020 als PDF