Prävention durch Beteiligung – machtkritische Arbeit in der Kulturellen Bildung
Wie können Kinder und Jugendliche in der Kulturellen Bildung wirksam vor Grenzverletzungen geschützt werden? Welche Haltung braucht es für einen respektvollen Umgang – und wie gelingt es, junge Menschen an der Entwicklung entsprechender Leitlinien zu beteiligen? Um diese Fragen geht es in der nächsten KulturWeiterBildung mit folgenden Impulsgeberinnen:
Teil 1: Prof. Dr. Mechthild Wolff (Hochschule Landshut)
Keynote: Schutzkonzepte partizipativ entwickeln
Schutzkonzepte sind Seismographen dafür, wie ernst es Verantwortliche in Organisationen mit den Rechten junger Menschen meinen. Schutzkonzepte können aber nur dann zu einem nachhaltigen Kulturwandel in Organisationen führen, wenn sie in partizipativen Prozessen entwickelt werden und konkrete spürbare Verbesserungen für alle jungen Menschen mit sich bringen.
Der Vortrag wird dieses Grundverständnis und weitere Grundlagen vertiefen und praxisnahe Beispiele für die Kulturelle Bildung vorstellen. Der Fokus liegt auf den Maßnahmen: inklusive Gefährdungsanalysen, jugendgerechte Informationen, Beteiligung und Selbstvertretung.
Prof. Dr. Mechthild Wolff
Jahrgang 1962, ist seit 2002 Hochschulprofessorin für erziehungswissenschaftliche Aspekte Sozialer Arbeit an der Hochschule Landshut sowie Studiengangsleiterin für den Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe“. Seit 2011ist sie außerdem Mitglied des Runden Tisches „Kindesmissbrauch“ der Bundesregierung.

Teil 2: Annika Munk (Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern e.V.)
Impuls: Raum geben. Grenzen achten. Partizipative Entwicklung eines Verhaltenskodex für Kulturelle Bildung
In dieser KulturWeiterBildung stellen wir den neu entwickelten Verhaltenskodex der LKB:BY für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen in Kulturellen Bildungsangeboten vor. Der Verhaltenskodex wurde im Rahmen einer Start2Act-Förderung in Kooperation mit Fokus Tanz für kulturelle Bildungseinrichtungen entwickelt. Hierbei wurden auch die Perspektiven der Kinder berücksichtigt: In künstlerischen Tanzprojekten in München (gefördert durch die LH München) und der Region haben Kinder ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Wünsche eingebracht und damit die Entwicklung des Verhaltenskodex aktiv mitgestaltet. Wir geben Einblicke in den Entstehungsprozess, stellen die zentralen Leitlinien vor und zeigen auf, wie der Verhaltenskodex Akteur*innen der Kulturellen Bildung dabei unterstützen kann, Prävention und eine Kultur der Achtsamkeit nachhaltig zu verankern.
Teil 3: Eva Seidl & Daniela Holloch (Fokus Tanz)
Aus der Praxis: Kinderschutz in Bewegung – Prävention durch Tanz und Teilhabe
Wie können wir Kinder darin stärken, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, Grenzen zu setzen und ihre Stimme einzubringen? Welche Rolle können Tanz und kreative Bewegung dabei spielen? Und was braucht es, damit Kinderschutz nicht nur ein Konzept bleibt, sondern im pädagogischen Alltag gelebt wird?
In dieser Online-Veranstaltung geben Eva Seidl und Daniela Holloch Einblicke in ihre Arbeit bei Fokus Tanz / Tanz und Schule e.V. Sie berichten davon, wie sie das Tanzvermittlungsteam für die Themen Kinderschutz und Prävention sensibilisiert und weiterqualifiziert haben und welche Haltungen, Vereinbarungen und Strukturen daraus entstanden sind.
Außerdem stellen sie ihre praktische Arbeit mit Schulklassen vor. Anhand konkreter Beispiele zeigen sie, wie Kinder durch Tanz und Bewegung Körperwahrnehmung, Teilhabe, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit erfahren und wie daraus präventive Bildungsarbeit entstehen kann.
Eva Seidl
ist Diplom-Sozialpädagogin sowie Tanz- und Kulturpädagogin für zeitgenössischen Tanz mit Schwerpunkt Laban-Technik. Sie arbeitet in der Tanzvermittlung mit Menschen aller Altersstufen und entwickelt choreografische Projekte insbesondere mit Kindern und Jugendlichen. Als Leiterin des Schwerpunkts Tanz in der Ausbildung zur Kulturpädagogin bzw. zum Kulturpädagogen an der ZAB in Gauting bei München sowie in der Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte setzt sie sich für die Vermittlung von Bewegung und Tanz in Bildungsprozessen ein.
Darüber hinaus ist Eva Seidl Mitglied des Leitungsteams von Fokus Tanz | Tanz und Schule e.V. München, berät Schulen und Tanzvermittler*innen und ist in der Weiterbildung von Junior*innen im Bereich Tanz an Schulen tätig.

Daniela Holloch
ist freischaffende Tanzvermittlerin und Sexualpädagogin in München. In ihrer Arbeit verbindet sie zeitgenössischen Tanz mit Fragen von Körperwahrnehmung, Teilhabe und Selbstbestimmung.
Sie entwickelt und leitet Tanzprojekte für Kinder in Schulen und Bildungseinrichtungen und interessiert sich besonders für künstlerische Prozesse, die Kinder in ihrer Ausdrucksfähigkeit, Selbstwahrnehmung und Handlungsfähigkeit stärken.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Kinderschutz, Prävention und einer konsensorientierten Praxis im Tanz.

Kultur & Bildung stärken, vernetzen und bilden
Mit dem Veranstaltungsformat „KulturWeiterBildung“ bietet die LKB:BY ein Beratungs- und Informationsangebot an. Ziel ist es, Akteur*innen und Interessierten den Zugang zu Kultur und Bildung zu erleichtern und ihre Perspektiven zu erweitern – um selbst aktiv zu werden. Expertise und Erfahrungen rund um Organisation und Umsetzung finden hier genauso Raum wie die Soft Skills und Einblicke, die es braucht, damit Kultur & Bildung auch weiterhin stärken, vernetzen und inspirieren können.
Diese KulturWeiterBildung wird gefördert durch:
