Prävention in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung

Orientierung für einen respektvollen und sicheren Umgang mit Kindern und Jugendlichen

Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern e.V. (LKB:BY) versteht sich als ein Netzwerk und eine Gemeinschaft, die von gegenseitigem Respekt, Offenheit und Verantwortung geprägt ist. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass die Kulturelle Bildung ein sicherer, unterstützender und wertschätzender Ort für alle Menschen bleibt – unabhängig von ihrer ethnischen, nationalen oder sozialen Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, Religion oder Behinderung. Der Schutz der seelischen und körperlichen Unversehrtheit aller Beteiligten – insbesondere von Kindern und Jugendlichen – hat dabei höchste Priorität.

RAUM GEBEN. GRENZEN ACHTEN. Partizipatives Projekt zur Erstellung eines Verhaltenskodex für Kulturelle Bildung

Für die Entwicklung eines Verhaltenskodex zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen hat die LKB:BY im Sommer 2026 partizipative Tanz-Theater-Workshops an Modellschulen in Ebersberg (ländlicher Raum) und München (städtischer Raum) durchgeführt. Grundschulkinder haben sich dem Thema „Respektvoller Umgang“ gemeinsam mit der Tanzpädagogin Sabine Karb (Fokus Tanz e.V.) künstlerisch über Tanztheater angenähert. Im Fokus der Workshops stand die Frage „Welche Bedingungen benötigen Kinder, um sich in einem kulturellen Bildungsangebot sicher, wertgeschätzt und wohl zu fühlen?“ Nach den Modell-Workshops wurden die Kinder anonym befragt, wie und wodurch sie sich in einem Raum sicher fühlen. Zitate aus dieser Befragung fließen in den Verhaltenskodex der LKB:BY ein, der in Kooperation mit Fokus Tanz e.V. entstand.

Die Workshops wurden als partizipativer, prozessorientierter Tanz- und Reflexionsraum konzipliert. Die Ergebnisse dienen sowohl der Stärkung der Selbstwirksamkeit der Kinder als auch der Weiterentwicklung kindgerechter, sensibler Angebote.

Die Workshops an der Münchner Schule konnten dank einer Förderung durch die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung der Landeshauptstadt München umgesetzt werden.

Verhaltenskodex RAUM GEBEN. GRENZEN ACHTEN.

Der von der LKB:BY im Sommer 2026 entwickelte Verhaltenskodex „RAUM GEBEN. GRENZEN ACHTEN.“ formuliert verbindliche Leitlinien für einen respektvollen und achtsamen Umgang miteinander. Er soll für die Themen Kinderschutz und Prävention sensibilisieren sowie dabei unterstützen, Grenzverletzungen, Machtmissbrauch und (sexualisierte) Gewalt frühzeitig zu erkennen und konsequent zu verhindern.

Ziel des Verhaltenskodex ist es, eine nachhaltige Kultur der Wertschätzung, Transparenz und Verantwortung zu fördern. Um die Perspektiven, Bedürfnisse und Erfahrungen junger Menschen angemessen zu berücksichtigen, wurden Kinder und Jugendliche aktiv in die Entwicklung des Verhaltenskodex einbezogen.

Der Verhaltenskodex ist für alle Mitarbeitenden, Teilnehmenden, Dozierenden und Kooperationspartner*innen der LKB:BY verbindlich. Alle tragen gemeinsam Verantwortung dafür, die darin festgelegten Werte und Grundsätze im täglichen Miteinander umzusetzen. Verstöße gegenden Verhaltenskodex werden nicht toleriert.

KulturWeiterBildung Kompakt! Whitepaper zur Veranstaltung „Prävention durch Beteiligung – machtkritische Arbeit in der Kulturellen Bildung“

Wie können Kinder und Jugendliche in der Kulturellen Bildung wirksam vor Grenzverletzungen geschützt werden? Welche Haltung braucht es für einen respektvollen Umgang – und wie gelingt es, junge Menschen an der Entwicklung entsprechender Leitlinien zu beteiligen? Um diese Fragen ging es in der KulturWeiterBildung am 28.7.2026 mit Prof. Dr. Mechthild Wolff (Hochschule Landshut), Annika Munk (LKB:BY), Eva Seidl und Daniela Holloch (Fokus Tanz).

Leseempfehlungen

  • Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e. V. (o. J.): Wie dokumentiere ich? Berlin. https://www.aktiv-gegen-digitale-gewalt.de/de/technik-sicherheit/wie-dokumentiere-ich.html
  • Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (2020): Schutz vor sexualisierter Gewalt. Prävention in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Arbeitshilfe. Berlin/Remscheid. www.bkj.de/publikation/schutz-vor-sexualisierter-gewalt
  • Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis (FiPP) e. V. (2023): Praxishandbuch „Institutioneller Kinderschutz: Das partizipative Schutzkonzept“. Berlin. https://www.fippev.de/fileadmin/IKS-Handbuch/iks_praxishandbuch_web.pdf
  • Jugendschutz.net (2023): Beschwerdeverfahren. https://www.jugendschutz.net/ueber-uns/beschwerdeverfahren
  • MUSENKUSS München (o. J.): Web-Portal Kinder- und Jugendschutz. München. https://www.musenkuss-muenchen.de/fuer-fachpersonal/arbeitshilfen/kiju-schutz
  • National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V. (2025): Das Bildungsportal für Kinderrechte. Berlin. https://kinderrechte-portal.de/
  • Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (o. J.): Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch. Berlin. www.hilfeportal-missbrauch.de
  • Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (o. J.): Web-Portal Wissen hilft schützen. Berlin. https://www.wissen-hilft-schützen.de/

Schutzkonzepte

  • Bayerischer Jugendring | Prätect (o. J.): Portal für Schutzkonzepte in der Jugendarbeit. München. https://schutzkonzepte.bjr.de/
  • Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (2023): Prävention und Kindeswohl. Dachverbandliches Schutzkonzept für das Handlungsfeld Kulturelle Bildung. Berlin/Remscheid. https://www.bkj.de/publikation/dachverbandliches-schutzkonzept-fuer-das-handlungsfeld-kulturelle-bildung/
  • Universität Hildesheim (o. J.): Connect! Schutzkonzepte online. Hildesheim. https://www.schutzkonzepte-online.de/

Das Projekt „RAUM GEBEN. GRENZEN ACHTEN.“ wurde gefördert von: