LKB:BY

Appell: Kulturelle Bildung und die Coronakrise

Die Coronakrise stellt für die Akteur*innen der Kulturellen Bildung eine existenzielle Bedrohung in unvorhersehbarem Ausmaß dar. Ein großer Teil dieser Akteur*innen ist unter ohnehin oft prekären Bedingungen freiberuflich und selbstständig tätig. Sie arbeiten beispielsweise als Vermittler*innen in Museen, Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen, als Kreative in der außerschulischen Bildung und im schulischen Ganztag oder als Dozent*innen in der Erwachsenenbildung etc. Auch die Institutionen, Träger und Initiativen der Kulturellen Bildung, auf deren landesweite Dichte und Schaffenskraft der Freistaat Bayern als Kulturstaat (Artikel 3 der Bayerischen Verfassung) zu Recht stolz ist, sind aufgrund unzureichender oder nicht vorhandener struktureller Förderung von den Einnahmen des Regelbetriebs und von Projektmitteln abhängig.
Die aktuellen, zweifellos notwendigen Maßnahmen der Staatsregierung und der Kommunen zur Eindämmung des Coronavirus entziehen den Akteur*innen und Institutionen der Kulturellen Bildung die Grundlage ihrer Existenz: durch die Schließung der Einrichtungen und Absage praktisch aller Veranstaltungen entfallen jegliche Einkommensmöglichkeiten.
Als Landesverband der Kulturellen Bildung in Bayern appellieren wir an die verantwortlich Handelnde im Zuge finanzieller Hilfsmaßnahmen auch die Menschen und Institutionen im Blick zu haben, die in der Kulturelle Bildung tätig sind und sich damit an der Schnittstelle der Verantwortlichkeiten Kultur, Bildung und Soziales befinden. Sie alle leisten tagtäglich einen fundamentalen Beitrag, dass unser reiches kulturelles Leben allen Bürger*innen des Freistaats Bayern zugänglich ist.

„Kunst, Kultur und insbesondere Kulturelle Bildung sind für unsere Gesellschaft wesentlich und lebenswichtig – gerade in Zeiten großer Herausforderungen und Risiken. Für unser gelingendes Zusammenleben sind die kontinuierlichen Leistungen der zahlreichen Akteur*innen in der Kulturellen Bildung unverzichtbar und bedürfen daher der Absicherung durch den Freistaat Bayern. Die Gelder, die der Freistaat hier einsetzt, sind gut investiert. Denn wir müssen jetzt unsere lebendige Infrastruktur im kulturellen Bereich schützen und erhalten, die wir alle nach der Coronakrise wieder nutzen wollen“.

Haimo Liebich, Vorsitzender LKB:BY