ZUKUNFTSLABORE in vier Regionen Bayerns – Rückblick
Demokratie und Gesellschaft zu gestalten, bedeutet auch die Zukunft zu formen und ihr Fundament zu bauen. Doch wie gelingt das in einer immer komplexeren Welt, in der demokratische Grundwerte aktiv verteidigt werden müssen?
Aus dieser Frage und der gemeinsame Suche nach einer Antwort hat sich im Frühjahr 2026 eine Kooperation* aus verschiedenen Akteur*innen der Politischen und Kulturellen Bildung gebildet. Die Kooperationspartner luden zu offenen Austausch- und Vernetzungsveranstaltungen in vier Regionen Bayerns ein – den ZUKUNFTSLABOREN. Auf dieser Seite finden Sie nun und in den kommenden Wochen ergänzend die Ergebnisse dieser Labore.
Folgende Fragen standen bei den Laboren im Fokus:
- Was braucht es, damit diese Verknüpfung wirklich gelingt?
- Welche gemeinsamen Ziele teilen Kulturelle und Politische Bildung?
- Wie können beide Bereiche gemeinsam unsere Demokratie stärken?
- Welche Chancen entstehen durch Kooperation?
Im Rahmen der ZUKUNFTSLABORE wurden Akteur*innen und Multiplikator*innen aus Politischer und Kultureller Bildung eingeladen, um im Austausch auf Augenhöhe neue Perspektiven und Erfahrungen zusammenzutragen und gemeinsam zu wirken.
*Die Zukunftslabore sind ein Kooperationsprojekt der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern, der Fachstelle Demokratie und Partizipation am Bayerischen Bündnis für Toleranz, der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, dem Bayerischen Volkshochschulverband und dem Landesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen Bayern.

Wie Kulturelle und Politische Bildung Gesellschaft mitgestalten
Kulturelle und politische Bildung sind nicht identisch, aber komplementär mit unterschiedlichen Zugängen
zur gleichen Grundfrage:
Wie werden Menschen fähig, sich in einer komplexen Welt zu orientieren und sie zugleich mitzugestalten?
Kulturelle Bildung
Logik der Offenheit
Prinzip der Zweckfreiheit
Ziel: Lernen als ästhetischer und
erfahrungsbasierter Prozess steht im
Vordergrund, nicht eindeutige Ergebnisse.
Praxis: Sinn entsteht im Tun, nicht im Voraus. Im
Zentrum steht die Fähigkeit, sich selbst und die
Welt über Kunst, Ausdruck und Gestaltung zu
erschließen und Selbstwirksamkeit zu erfahren.
Kulturelle Teilhabe und gemeinsames Gestalten
ermöglichen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit
und demokratischem Handeln.
Mehrdeutigkeit ist produktiv. Irritation und
ästhetische Erfahrung sind zentral.
Kulturelle Praxis stößt demokratische Prozesse an
und macht Demokratie erfahrbar: Menschen setzen
sich in einem gemeinsamen künstlerischen
Schaffensprozess mit einem Thema auseinander,
treffen Entscheidungen und übernehmen
Verantwortungen.
Politische Bildung
Logik der Orientierung
Prinzip der Zweckbestimmung
Ziel: Lernen als reflexiver und erfahrungsbasierter
Prozess zur Entwicklung politischer Urteils-,
Handlungs- und Partizipationsfähigkeit.
Praxis: Gesellschaftliche Konflikte werden strukturiert
erschlossen. Im Zentrum stehen Orientierung,
Kontroversität und politische Handlungsfähigkeit.
Demokratische Beteiligung wird reflektiert, eingeübt
und als gesellschaftliche Verantwortung verstanden.
Kontroversität ist konstitutiv; Orientierung erfolgt
innerhalb eines demokratischen und
menschenrechtlichen Bezugsrahmens.
Politische Bildung reflektiert und gestaltet
demokratische Prozesse: Demokratische Prinzipien
und gesellschaftliche Konflikte werden auf Grundlage
von Demokratie und Menschenrechten analysiert,
kontrovers diskutiert und auf Handlungsmöglichkeiten
bezogen.
Die Labore waren initiale Veranstaltungen, bei denen wir als Kooperationsbündnis grundlegend beleuchten wollten, wie Kulturelle Bildung und Politische Bildung zusammenarbeiten kann. Auch die Vernetzung der beiden Bereiche in den Regionen war uns wichtig. Wir werden das Thema weiterhin vertiefen, zum Beispiel auf dem LandKulturGipfel 2026. Reflexionsergebnisse aus den Zukunftslaboren werden wir hier aufgreifen und vertiefen.























